Freitag, 15. Januar 2021

Ein Kissen retten

Emme rettete zwischendurch mal nicht schnell die Welt, aber für ein Kissen hats gereicht.

Denn ihr Mütterlein hat ihr Sitzkissen gewaschen. Das hat sie zwar schon öfter gemacht, aber diesmal sah das Waschergebnis so aus:


Emme wollte helfen und fummelte ein wenig herum. Vergebens. Der absolute Kuddelmuddel. Bei Tageslicht sah Emme dann das vollständige Ausmaß der Verwüstung. Nicht nur die Naht war ausgeplatzt, sondern der Stoff war ausgerissen.


Dann tagte der Familienrat: Wegschmeißen? (Ggn- Geht gar nicht), Reparieren? (zum Beispiel einen neuen Rahmen nähen) oder einen neuen Bezug nähen? Emme hatte doch neulich beim UFO-Sichten irgendwas in der Hand gehalten?!?

Emme nahm das Kissen nach ihrer Krankenpflegeschicht mit nach Hause und wollte das Kissen vorerst dekorativ auf den UFO-Stapel legen. Aber sie fand keine Ruhe. Deshalb suchte sie nach dem Irgendwas und fand fast sofort das Stück Gobelinstoff. Ja, es würde ausreichen!

Dann dachte Emme nach. Sie überlegt ja bei jedem Projekt. Manchmal kommt sie zu überraschenden Ergebnissen. Manchmal ärgert sie sich, weil all ihre Überlegungen zu nichts oder zu Komplikationen führen.


Emme dachte über ein Inlett nach. Es sollte abnehmbar und damit waschbar sein. Damit sich solche Bilder wie oben nicht wiederholen. Irgendwo mußte doch etwas sein, das sich eignen würde! Emme fand eine weiße Bluse, die sie irgendwann von Irgendwem zum Verarbeiten bekommen hatte. Aus dieser Bluse schnitt Emme einen Bezug zu und nutzte gleich die schöne verdeckte Knopfleiste als Verschluß.

Den Gobelinstoff für den Außenbezug schnitt Emme einmal mit der rechten und einmal mit der linken Seite nach außen zu. Und mit einem Hotelverschluß. So kann Emmes Mutter das Kissen der Wohnungsdekoration anpassen.


Die gesamte Arbeit ging ratzfatz voran, am Ende nähte Emme noch die Ecken schräg um.

Fertig! Ohne Nachdenken wäre diesmal das Projekt nicht so leicht zu nähen und gleichzeitig so raffiniert geworden.

Die Frau Mama hat sich gefreut. Die Reste des alten Kissenbezuges werden bestimmt auch noch verarbeitet.

Viel Spaß beim Nachdenken!

Euer Hase

Donnerstag, 14. Januar 2021

Danke!


Wir möchten uns ganz, ganz herzlich bei allen bedanken, die uns in letzter Zeit mit so schönen und ausgefallenen Büchern beschenkten. Jetzt haben wir wieder was zum Gucken, zum Lesen und Staunen und natürlich viel Inspiration zum Werkeln.

Hase und Emme

Freitag, 8. Januar 2021

Nalas Decke

Dresden im Frühsommer diesen Jahres. Die Kiste mit den weißen Stoffen sollte geleert werden. Und bunte Reste mußten auch noch weg. So entstanden bunte Schneebälle, inspiriert von eSTe. Ich glaube, Emme weiß gar nicht mehr, daß Schnee weiß ist.

Das größte Problem ist, das ein Stück Stoff beim Waschen ausblutete. Wir haben dann noch einmal mit diversen Entfärbungsmitteln gewaschen, ein wenig besser ist es geworden.

Wir empfehlen also den Eltern der künftigen Besitzerin, immer mal wieder die Decke zu waschen, damit die Farbe verschwindet.

Für die Rückseite benutzte Emme Bettwäschestoff.

Die Einfassung entstand aus Kassenzettel-Streifen, die eine gute Resteverwertung sind.

Liebe Nala,

willkommen in dieser verrückten Welt! Freu Dich des Lebens und genieße die Liebe Deiner Eltern und Großeltern! Sei mutig wie eine Löwin!

Hase und Emme


Größe: 130 x140 cm

Muster: Schneeball

Materialien: Reststoffe, alte Wäsche

Rückseite: Bettwäsche

Einfassung: Kassenzettel- Streifen

Füllung: Fleecedecke

mit der Maschine zusammengesetzt und im Nahtschatten und den Verbindungsstreifen gequiltet




Mittwoch, 6. Januar 2021

Hochzeitsgeschenk ist fertig!

Die Decke „Für die Katzen der Frau Ahavzi“ ist fertig! Über die Entstehung habe ich schon hier, hier und hier geschrieben. Oje, soviel Post wegen eines kleines Stückchens!

Bei anderen Projekten hat Emme einfach vor sich hingewerkelt und mir am Ende erlaubt, etwas dazu zu schreiben.

Diese Decke hat Emme begonnen, als das Thema „Der kleine Muck“ beim Märchenhaften 2020 bei Maika feststand. Emme quiltete im Oktober und November. Sie wird aber niemals die vorgeschriebenen sieben Stiche pro Inch schaffen:


Seit Anfang Dezember fehlte nur noch das Label. Emme wollte eine kunstvolle Stickerei anbringen, wobei sie kläglich scheiterte. Ursache waren: falsches Garn, falscher Stoff und schlechtes Licht. (Ach ja, Ausreden gibt es viele.) Deshalb enstand eine recht große Konturenstichelei im Stielstich. Stoff aufgenäht, fertig!

 

Größe: 97 x 99 cm

Muster: Zufall

Materialien: Bekleidungsreste, Überraschungstüte von „Sorpresa“, schwarzer Samt gekauft bei der Fundusauflösung der Staatsoperette Dresden, Blusen- und Futterstoff, Näh- und Stickgarn aus der Kiste

Futter: Fleecedecke

Rückseite: Bademantel

mit der Maschine zusammengesetzt und mit der Hand gequiltet

 

Und nun folgt das Wichtigste:

Liebe Familie K.,

von ganzem Herzen die besten Glückwünsche zu Eurer Hochzeit! Wir drücken fest die Daumen, daß alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen!

Und uns wünschen wir eine tolle große lebhafte interkulturelle Nachfeier mit allen Schikanen: mit vielen Gästen, leckerem Essen und Trinken und Tanzen auf den Tischen! Mit Drücken und Umarmungen, Reden und Lachen und barfuß im Morgengrauen heimwanken!

Liebe ohne Ende!

Hase und Emme

Montag, 4. Januar 2021

Jahresrückblick 2020

 Es bleibt wie immer, wer Jahresrückblicke nicht lesen mag, nutze die Lizenz zum Abschalten. In zwei Tagen kommt vielleicht wieder etwas Interessanteres.

Emme hat etwas Neues ausprobiert und mehr oder weniger gelungene Collagen produziert. Wenn man/frau weiß, wie es funktioniert, ist es gar nicht so schwer...

Hinter uns liegt das Jahr der Masken, wir haben sie in allen Formen und Farben gesehen und genäht. Sie werden uns wohl noch eine Weile begleiten.


Wie erlebten einen Frühling, in dem alles anders war. Herrlich blühende Bäume, leere Straßen und Gartenkonzerte.


Es war ein Jahr der Hinweise. Freiwillig und unfreiwillig komisch. Wir nahmens mit Humor.


Die Leute misteten aus. Die Kisten standen an allen Straßen.


In diesem Jahr wurde Emme täglich von neuer Kreidemalerei vor dem Haus begrüßt. Vielen Dank!


Und wir träumten ein Jahr lang von herrlichen Dingen wie Reisen, Tanzen und Feiern.


Dann auf ein Neues!

Hase und Emme

Annette sammelt hier Jahresrückblicke. Schaut doch mal  rein!

Samstag, 2. Januar 2021

Mütter, die nähen, retten ihre Kinder

Im Monat Dezember hieß es beim Märchenhaften 2020

Schon beim Lesen des Themas fiel Emme dazu ein sehr, sehr aufwändiges Projekt ein. Aber ihr fehlten einige Zutaten und so kurz vor Weihnachten wollte Emme keine Riesenaufgabe beginnen. Die Idee bleibt aber in Emmes Hinterkopf und wird erst einmal als Kopf-UFO zur Seite gelegt.

Emme dachte nach und kam auf die Idee, etwas für ihre eigene Mutter zu werkeln. Denn sie hat, wie die Mutter Geiß, mit ihren Nähkünsten Emme mehr als tausend Mal das Leben gerettet. 


Vor mehr als dreißig Jahren war es nämlich ein wenig schwierig, im Osten ohne Westverwandtschaft kleidungsmäßig zu überleben. Natürlich gab es auch in der DDR eine funktionierende Bekleidungsindustrie, aber ehrlich: Anziehen wollte das niemand. Und ja, es gab Mobbing auf den Schulhöfen, wenn man besonders altmodisch aussah. (Planwirtschaft hieß halt: Wir legen fest, was in fünf Jahren Mode ist,) Oder wenn die Jeans aus dem falschen Stoff waren. Oder die Hosenbeine oder Ärmel zu kurz, aber die Läden leer waren. Geld war nicht das Problem, sondern die Beschaffung.

Und so war es ein Segen, eine Mutter zu haben, die schneidern konnte. Emme erinnert sich an die „Highlights“: Rock und Bluse für die Schuleinführung, ein orangefarbenes Hippie-Kleid aus Crinkle-Stoff, viele Rüschen zur Jugendweihe (Diana-Look!),  ein türkisfarbener Overall, ein Glitzerkleid in Blau, ein  künstlerischer Überwurf für das Staatsexamen und ein aufgearbeitetes und gefärbtes Seidenkleid für die Zeugnisübergabe (natürlich in Schwarz!), die Mithilfe beim Brautkleid und in den letzten Jahren unzählige Renaissance- und Barockroben.

Emme nähte also etwas für ihre lebensrettende Mutter. Etwas Brauchbares, worüber sie sich wirklich freut: Müffchen!

Und weil sich Emme 1990 geschworen hat, nie, nie mehr zu stricken, nutzte sie vorhandenes Material: diese schönen, durchgewetzten Socken.


Wahrscheinlich erworben bei den Strickdamen der Volkssolidarität, leider auch durch Stopfen nicht mehr zu retten. Emme griff beherzt zur Schere und schnitt die Bündchen ab, kettelte sie sofort mit Zickzackstich ab und nähte sie dann noch einmal mir Geradstich um.


Das Verpacken dauerte fast länger als das Schneiden und Nähen, und am Heiligen Abend trug die alte Dame zufrieden drei Paar Müffchen.


Macht sie glücklich, Eure Mütter, die Euch das Leben gerettet haben!


Vielen Dank an Maika für die Organisation des Märchenhaften 2020, uns hat es viel Spaß gemacht, uns jeden Monat etwas einfallen zu lassen. Mit Freude haben wir festgestellt, daß das Märchenhafte Werkeln 2021 weitergehen wird.

Neue Ideen braucht das neue Jahr! Wir lassen uns bestimmt was einfallen!

Hase und Emme