Sonntag, 31. Oktober 2021

Kette ohne Metall

Emme hatte sich vor einiger Zeit das Schmetterlingskleid verschönbessert. Weil sie das Rückenteil nach vorn gedreht hat, ist es relativ hoch geschlossen. Im Sommer –Ja, es gab auch heiße Tage!- entschied Emme beim Tragen, daß sie für dieses Kleid ein Schmuckstück brauche. Am besten in Gelb!

Emme trägt üblicherweise kaum Schmuck. Bei der Arbeit darf sie nicht. Im Alltag stört es sie auch, daß sie alles vor der Arbeit ab- und danach wieder anlegen muß. Das ist unpraktikabel. Dabei geht vieles verloren oder kaputt. Metallketten reißen sowieso. Eine mürrische Goldschmiedin erklärte Emme vor einigen Jahren, daß das mit ihrer Haut zusammenhänge, die wäre halt „klebrig“. Sie soll doch dicke Metallketten tragen, die würden nicht so leicht reißen und außerdem: die kaputten Sachen würde sie nicht reparieren. Emme bedankte sich für den Hinweis, betrat nie wieder das Geschäft und trägt nur noch Schmuck, wenns sein muß.

Deshalb (und weil es bei diesem Kleid sein muß) bastelte Emme eine Kette ohne Metall. Die Idee sah sie einstmals in einer Modenzeitung. Welche das war, ist völlig unklar. Wie immer: Wer die Quelle kennt, meldet sich bitte. Dann tragen wir die Informationen nach.

Grundlage waren die großen Bommeln in Zuckerfarben, die im letzten Jahr von diesem Projekt übriggeblieben waren.

 

Aus einem Reststück Stoff nähte Emme einen Schlauch und stopfte die Bommeln hinein. Bevor sie alles einwickelte, band sie die „Perlen“ mit Gummis ab. Noch mal nachstopfen und erste Anprobe: Paßt-sitzt-wackelt nicht- hat keine Luft!


Die Zwischenräume wickelte Emme mit Stickgarn ab, dabei brauchte sie sogar einen Rest auf!

Für den Verschluß nähte Emme noch einmal Bänder aus dem Reststoff und päpelte die kunstvoll rechts und links am Schlauch mit Handstichen an.

Nun hat Emme eine passende Kette, die kommt gleich an den Kleiderbügel. Das verhindert Sucherei.

Auf jeden Fall sind uns noch zwei Rest-Stoffstücke eingefallen, die schöne Ketten ergeben würden.

Emme, deshalb hast Du die so lange aufgehoben!

Genau, Hase! Es findet sich für jedes Fitzelchen eine Verwendung!

Oh, jetzt haben wir aber keine Bommeln mehr!

Hase, ich glaube, ich habe da eine Idee…

Also Leute, ich glaube, demnächst kommt Kettenmacherei auf uns zu!

Euer Hase

Sonntag, 24. Oktober 2021

Ein Kinderkleidchen umgestalten

Für unseren wunderschönen Urlaub im Schwarzwald wollte Emme unseren Gastgebern etwas zurückgeben.

An einem Regentag setzte sich Emme an die Nähmaschine, eine Brother junior. Die Arbeit damit gelang gut, obwohl Emme ja eine eingefleischte Veritas-Benutzerin ist. Maschine ist Maschine.

 

Emme rettete ein sehr, sehr schönes Kinderkleidchen mit Smok-Einsatz. Am Rücken war es ausgerissen und irgendeine junge Frau war wahrscheinlich in diesem Kleid auf einen Baum geklettert. Der Rock hat einen fetten Riß!

Höchstwahrscheinlich will die kleine Schwester dieses Kleid nicht mehr tragen. Und was nun?

Emme schlug vor, ein Röckchen daraus zu machen. Ganz einfach und mit Gummizug. Der Vorteil: Das geht ganz schnell und ist unkompliziert. Nachteil: Der schöne Smok-Einsatz würde zu „Abfall“ oder „Flicken“ werden. Nö.

Dann hatte Emme die Idee, aus dem Kleid eine Tasche zu machen. Oben schmal und unten bauschig mit viel Platz für Kram oder Ballettzeugs oder Reitutensilien. Nachteil: Emme brauchte eine Futtertasche. Die nähte sie tatsächlich im Schweiße ihres Angesichts aus einem Stoffrest der Gastgeberin. Oben fummelte Emme noch einen Reißverschluß ein.

Die Bindebänder des Kleidchens wurden zu Taschenträgern. Auf Anraten einer älteren Dame nähte Emme noch eine klitzekleine Tasche an die Innenseite. Die reicht für Mini-Kleingeld, eine Fahrkarte oder einen Schlüssel.

Insgesamt war das eine recht fummlige Arbeit, die -wie immer- wieder länger als geplant dauerte. Das Ergebnis:

Leider wird es jetzt zu einem Streit kommen, welche der Schwestern das Täschlein erhalten wird. Den Streß müssen wir aber nicht ertragen, denn wir sind wieder nach Hause gefahren.

Emme, das hast Du gut gemacht! Eine wunderbare Revanche für unseren tollen Urlaub im Schwarzwald!

Rettet Ihr auch die Kinderkleidchen?

Euer Hase

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Urlaub im Schwarzwald

Im September machten wir einen wunderschönen Urlaub im Schwarzwald. Über die Tücken der Anreise haben wir hier schon geschrieben. Ehrlich: selbst im IC ist die Fahrt keine Wonne. Wir erlebten freundliche und zuvorkommende Zugbegleiter. Aufregend ist stets das Umsteigen innerhalb einer Minute, denn irgendwo holt die Bahn immer Verspätung raus. Aber irgendwann setzt die Langeweile ein. Nach drei Stunden macht Internet-Surfen keinen Spaß mehr. Rausgucken ist nach fünf Stunden auch nicht mehr lustig. Und wenn es jetzt manche ärgert: Emme hätte gern einen Inlandsflug!

Zu Fuß von Haustür zu Haustür sind es 4 Wochen und ein Tag. Das ist auch eine lange Zeit. Wir haben es ausprobiert!

Wir waren erstaunt, wie viele Menschen 1.Klasse reisen: Junge, Alte, Geschäftsreisende waren eher rar- die vier Waggons der 1. Klasse waren knackevoll!

Nach vielen Stunden sahen wir den Schwarzwald in der Ferne und kamen auch irgendwann an. Juhu!

Am Kandel kochten die Hexen. Der Nebel stieg auf. 


Wir wohnten im schönsten Haus des Schwarzwaldes und wurden nach Strich und Faden verwöhnt.

Wir waren wandern und spazieren, erlebten den Heimatmarkt in Elzach,


aßen natürlich Schwarzwälder Kirschtorte,


waren in Freiburg,


schauten den Pilzen beim Wachsen zu 


und in einem stillen Wald mit ganz hohen Tannen riefen wir den Schatzhauser.


Leider erschien er nicht. Emme begründete es damit, daß sie kein Sonntagskind sei.

Aber ich bin sogar ein Ostersonntagskind!

Hase, Du hast Hasensprech gesprochen, das versteht der Schatzhauser nicht! Und außerdem haben wir ihn vor vielen Jahren in Alpirsbach getroffen. So eine Möglichkeit gibts nur einmal im Leben. Wir hatten sie!

Unser wunderschöner Urlaub war voll frischer Luft,


wir trafen andere Menschen, bestiegen andere Berge


und wir hatten viel Spaß! Eine etwas frustrierende Entdeckung machten wir auch:


Tausend Dank an Kedder und Butz für die Gastfreundschaft!

Emme, fahren wir da mal wieder hin?

Klar, Hase! Es gab doch nun wirklich nichts zu meckern!

Ade!

Euer Hase

Montag, 18. Oktober 2021

Verpackung für die Torten

Emme hatte die Idee, die Filztortenstücke in Kuchen- oder Tortenkisten zu stecken. Fertig. Leider kann man so etwas nur im Großpack kaufen. Was wollen wir, bitteschön, mit 60 Kuchenschachteln? Ggn, geht gar nicht! Da blieb uns nur übrig: Selber machen!

Emme fand im Weltweiten Informationsnetz nicht so viele Bastel- oder Schnittmuster. Deshalb plante sie ein Probestück aus Papier. Frustriert saß sie am Küchentisch und überlegte, wieso in einem Haus, in dem es alles gibt, keine passenden Kistchen vorhanden sind.

Dabei fiel ihr Blick auf den Küchenschrank. Emme seufzte und dachte, daß die Schränke auch mal wieder dran sind mit „Obendrauf“-Putzen. Und da sah sie sie: die Tortenständer aus Pappe inklusive Verpackung! Emme erwarb diese vor einigen Jahren für wenig Geld im Dänischen Schnulliladen. Eigentlich sollte man darauf Cupcakes servieren, und weil Designer glauben, daß alles was mit Cupcakes zu tun hat, rosa sein muß, war die Pappe eben sehr, sehr rosa. Dieses unsägliche Rosa ließ Emme unter einer weißen Farbschicht verschwinden und servierte darauf einen Teil eines Picknicks. Danach klappte Emme die Tortenständer zusammen, sie verschwanden in der Originalverpackung, wurden auf dem Schrank deponiert und niemals wieder angesehen.


Aber jetzt! Die Tortenständer selbst sind in Ordnung und können so bleiben. Unrosa. Die Abdeckhauben wurden fein abgewaschen. Die größten Probleme machten die Plastekisten. Darauf waren je zwei schwer ablösbare Etiketten.


Emme befragte wieder das Weltweite Informationsnetz und kam zu der Erkenntnis, daß sich eines der Etiketten nur mit Öl, das andere nur mit Feuerzeugbenzin ablösen ließ. Auf jeden Fall hatte Emme nach einer Stunde schwerer Arbeit die vier Etiketten von zwei Plastekisten gelöst. Dabei konnte sie intensiv Gedanken wälzen:

Also, nein! Diese Dänen! Warum zwei Etiketten? Warum zwei verschiedene Klebstoffe? Das bedeutet auch: zwei Etikettiermaschinen! Haben die Nachbarn im Norden zu viel Zeit? Zu viel Geld? Oder sind das Vorschriften von der EU? Oder war da wiedermal ein „Studierter“ am Werk?

Weiterhin dachte Emme an Tortenspitzen. Die würden sich bei der Präsentation sehr hübsch machen. Ein Blick ins Serviettenfach- nichts da! Gut, die kann Emme im nächsten Drogeriemarkt kaufen.

Aber Emme, jetzt haben wir so viel Vorhandenes genutzt! Wir wollen doch gar nichts kaufen!

Stimmt, Hase. Kaufen kann jeder.

Emme nähte Tortenspitzen. Doppelseitig, mit einer dünnen Vlieseinlage. Auf einer Seite weiß mit gerüschtem Spitzenrand:


Für die Rückseite benutzte Emme schönen Schmetterlingsstoff und blaue Zackenlitze:


Nun können die zukünftigen Besitzerinnen ihre Torten oder Tortenstücke stilgerecht servieren.

Zwei Kisten, Stoff, Spitze und Zackenlitze sind aufgebraucht! Und es sind ein paar Weihnachtsgeschenke fertig!


Hurra, wir mußten nichts kaufen!

Euer Hase