Freitag, 7. Juni 2019

Weg damit im Mai


Wir waren sehr fleißig. Es ist einiges aus dem Haus und meist in gute Hände gekommen.
Zurückgegeben, was uns nicht gehört
1 Buch
1 Frischhaltedose
1 riesige Tragetasche


Weggegeben
1 Flasche, die einst Sangria enthielt
1 Feenkleid
1 Bärencape


Verschenkt
2 Geschenke


Weggeworfen
1 kaputte Feinstrumpfhose
1 zerbrochener Kleiderbügel



Vorschriftsmäßig und ökologisch entsorgt
Papier- und Flaschenmüll
1 Langarm-Shirt mit verstörender Aufschrift
2 Paar zu große Strumpfhosen
1 verrosteter Wäscheständer


Aufgebraucht
1x Nähgarn
Kosmetik
Parfüm


Auf dem Flohmarkt verkauft
2 Teddys, 1 Pionierhalstuch, 1 Plüschhund
2 Taschenmesser
Besteck
1 Lampe
2 Korkenzieher, 1 Flaschenöffner
Gürtelschnallen, Karabinerhaken, Knöpfe
3 Spiele
2 Übertöpfe
1 Keksdose
1 Reisetauchsieder








Emme, es ist aber immer noch zu viel im Haus!
Hase, wir entsorgen weiter!


Bis bald!
Euer Hase

Mittwoch, 5. Juni 2019

Ostermarkt im Galvanokunsthof


Zwei Wochen vor Ostern gab es einen Ostermarkt in der Kreativen Werkstatt im Galvanokunsthof. Wie immer überraschend: die Dekoration.
Diesmal gab es riesige Blumen und Ostereier. Eine schlaue Idee: Luftballons mit Konfetti ergeben lustige Ostereier, die im Himmel schweben.


Wir aßen Suppe, Emme bekam eine Bratwurst, Kaffee und Kuchen gab es für alle. An den Bastelständen konnte man Blumen herstellen, Eier bemalen, Ketten fädeln, drucken, töpfern oder ein Insektenhotel bauen.


Emme entschied sich für eine Lackblume, die gar nicht so schwer zu basteln war.


Nebenbei führte sie wieder tausend Gespräche, erfuhr, wie freischaffende Künstlerinnen leben und auch das Rezept der Kartoffel-Lauch-Champignon-Suppe. Die ist vegetarisch, also auch was für mich.
Emme, kochst Du die Suppe mal nach?
Klar, Hase. Wenn es Dir geschmeckt hat.
Außerdem gab es eine Ausstellung von Jana Morgenstern. Die hat uns leider nicht soo vom Hocker gerissen, aber andere mögen die Werke. Denn ab und zu sah man einen „Verkauft“-Aufkleber.
Und das war der Clou der Dekoration. Ich fand ihn im kleinsten Raum:


Am späten Nachmittag kehrten wir satt und mit einem Blümchen in der Hand glücklich heim.


Emme, gehen wir da wieder hin?
Ja, Hase. Wenn wir nicht gerade auf Reisen sind.

Viel Spaß beim Basteln!
Euer Hase

Dienstag, 4. Juni 2019

Im April im Kino


In Dresden findet alljährlich das Filmfest statt. Alles dreht sich um Kurzfilme, es gibt einen Wettbewerb und jedermann kann sich in der Schauburg oder im Thalia eine Woche lang mit Kurzfilmen aus aller Welt berieseln lassen. Und sich seine eigene Meinung bilden.
Daneben gibt es seit fünf Jahren die Möglichkeit, am Neumarkt öffentliche Filmvorführungen an frischer Luft zu erleben.


Da wollten wir schon im letzten Jahr hingehen. Aber: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wir suchten den gesamten Neustädter Markt nach Liegesesseln und Leinwand ab und fanden- nichts. Weil eben der korrekte Aufführungsort auf der anderen Elbseite lag, am Neumarkt. So kanns gehen, wenn man sich husch-husch aufmacht und nicht genau hinschaut.
In diesem Jahr waren wir richtig, dafür war es kalt und feucht. Emme und ich saßen zusammengekuschelt in der beginnenden Finsternis und schauten uns einige Kurzfilme an.


Es begann mit "H´Alte Zachen", einem israelischen Beitrag über Schrottsammler, die mit ihren Pferdewagen nicht mehr in die Städte fahren dürfen, keinen Führerschein haben und so ihrer Lebensgrundlage beraubt werden. Ein schöner Film mit richtigen Menschen, die Kamera kam ganz nah an die Gesichter heran. Ein offenes Ende. Und wir sind froh, daß wir uns am Strand treffen können, ohne eine schußsichere Weste anziehen zu müssen…
Die Regisseurin Roni Bahat wurde kurz interviewt, die Informationen waren sehr allgemein, da wären mir schon spannendere Fragen eingefallen. Zum Beispiel: Wovon eine Filmemacherin in Israel lebt und ob sie es als Frau in der Filmbranche schwerer hat als Männer. Oder leichter. Oder ob sie darüber noch nicht nachgedacht hat. Aber wir hatten den Eindruck, daß das Interview „lieb“ sein sollte und Probleme im Rahmen der Festivalstimmung nicht zur Sprache gebracht werden sollten.


Weiter gings im Programm. Kurzfilme können ja nur eine Mini-Geschichte erzählen, eine Stimmung wiedergeben oder eine Situation. Deshalb sollten die Filmemacher auf den Punkt kommen. Das ist schwierig, aber machbar. Bei den Filmen, die wir an diesem Abend sahen, fehlte häufig die Pointe. Oder die Aussage wurde mit dem Holzhammer gemacht, als wären die Zuschauer blöde und könnten nicht denken. Bei solchen Filmen geht Emme der Hut hoch, weil sie jahrelang mit Propaganda bestrahlt wurde, die sie jetzt auf keinen Fall mehr sehen will.
Deshalb war der Brexit-Film von Chris Shepherd eine einzige Katastrophe. Das so etwas auch noch von arte produziert wurde, ist sehr verwunderlich. Und ob man so Brexit-Befürworter zum Umdenken bringen kann, ist mehr als fraglich.
Dann folgten noch "Tamashachi"  und "Le Tigre de Tasmanie", Animationsfilme, bei denen sich die Aussage nicht so recht erschloß, beim ersteren sollte wohl das Aufgehen in der Masse thematisiert werden und beim zweiten Umweltschutz. Wissen wir aber nicht ganz genau. Schade um die viele Arbeit.
Noch ein „richtiger“ Film mit Menschen war die „Zweite Haut“, bei dem Emme nach drei Minuten wußte, wie er ausgehen wird. Er war aber insgesamt 10 Minuten lang, bis das vorhersehbare Ende kam. Langweilig. Zum Glück ist das kein Film in Spielfilmlänge geworden.
Dann klapperten uns so doll die Zähne vor Kälte, daß wir die Flucht ergriffen und nach Hause fuhren.
Insgesamt fanden wir die Filme nicht wirklich bereichernd, nichts Lustiges, nichts wirklich Trauriges, nichts Originelles. Vielleicht waren andere Programme besser.

Emme, gehen wir da wieder hin?
Hase, ich denke, wir gehen wieder hin. Die Atmosphäre war doch toll, und andere Filme gibt’s auch…

Wir gucken weiter!
Euer Hase

Sonntag, 2. Juni 2019

Für Beuteltiere II oder: Ökologisch einkaufen


Nachdem Emme in einem Land groß geworden ist, in dem es kaum Verpackung und den entsprechenden Müll gab, war sie in den neunziger Jahren erstaunt, wie viel, was und womit man alles verpacken kann. Klar, es ist auch schön, das Brot in einer Tüte über die Theke rübergereicht zu bekommen. Und es nicht „pur“ auf die dreckigen Kartoffeln im Einkaufskorb legen zu müssen. Aber: meist wirft man die Tüten nach dem Heimtransport sofort weg. Das ist dann Verschwendung.
Der gebürtige und wohlgeordnete DDR-Bürger hatte auch schon früher einen Brot- und Brötchenbeutel. Traditionell waren die aus Blaudruckstoffen. Es gab sie nicht immer und überall, teuer waren sie auch und scheinen im November 1989 ausgestorben zu sein. Ganz nostalgische Ossis mit Nylonbeutel oder Einkaufsnetz wurden im anderen Teil Deutschlands nicht nur leise belächelt, sondern lauthals ausgelacht. Dreißig Jahre später hat Emme beim REWE das entdeckt.
Heutzutage nähen alle Selbermacher Brot- und Gemüsebeutel, Emme nähte ein bißchen mit. Den Anfang bildete der traditionelle Ost-Brotbeutel. Zuerst nahm Emme alle Blaudruckstoffe aus ihrem unergründlichen Stofflager. 


Beim Inspizieren fand sie zwei größere und zwei kleinere Kissenbezüge, fix und fertig vorgenäht.


Die kleineren Kissenbezüge benutzte Emme, nähte die offene Stelle für die Kissenfüllung zu, schnitt die Naht an einer kurzen Seite ab, nähte dort Tunnel an und zog zwei Bändchen aus der Weißen Wunderkiste ein, fertig!
Ab in die Wäsche und nun hat Emme je einen Beutel für Brot und für Brötchen. Oder für die eine oder die andere Tasche. Wie früher.


Dann versuchte sich Emme an Obstbeuteln aus Gardinenresten. 


Für den Alltagstest gibt es jetzt zwei Prototypen. Einmal nach dem Vorbild einer Plastetüte aus dem Supermarkt.


Einmal einfach mit Zugband. Mal sehen, welche Form sich bewährt, da macht dann Emme mehr davon.


Liebe Beuteltiere, viel Spaß beim Einkaufen!
Euer Hase