Samstag, 11. September 2021

Traumfänger II und Bumerang II

Neulich stand doch der Herr Reichsgraf mit einem großen Sack voller Gardinenstoffe vor der Tür! „Kannst Du das gebrauchen? Sonst schmeiß´ ich´s weg!“ - Klar kann Emme das gebrauchen und was draus machen.

Wegschmeißen ist Ggn (Geht gar nicht)! Da kommt bei Emme wieder das Kind von Flüchtlingskindern durch. Aber Emme drohte dem Herrn Reichsgrafen: „Du kennst die neue Regel? Jeder, der etwas abgibt, bekommt auch etwas zurück!“ Der Herr Reichsgraf erbleichte, nickte aber tapfer…

Nun bekommt er zurück: Traumfänger! Für dieses Projekt kaufte Emme die Ringe. Sie hatte einfach keine Lust, welche aus Draht zu biegen. Gekonnt hätte sie das, aber Emme wollte ihre Finger nicht ruinieren. Bei den „Dänischen Schwestern“ fand Emme Ringe für irritierend wenig Geld.

Alle anderen Materialien fanden sich in Emmes unendlicher Materialsammlung. Spitzen und Spitzendeckchen, glitzernde Perlen, Wolle und etwas kräftigeres Nähgarn.

Los gings: ein Ring mit Streifen von Tüllgardinen umwickeln, Spitze in der Mitte platzieren, mit Wolle festspannen, mit Perlen dekorieren. Wenn man „unschludrig“ arbeitet, dauert das länger als nur einen Abend.

Für die Bänder zerschnitt Emme ein Stück Gardine. Dazwischen knotete sie Wollfäden und aufgefädelte Perlen.

Für den großen Traumfänger benutzte Emme ein schönes Spitzendeckchen, das mit Liebe gehäkelt wurde. Solche Teilchen werden aber nie Platz in unserer Wohnung finden. Da ist es doch schön, daß es nun sinnvoll verarbeitet wurde.

Für den „Mond“-Traumfänger puzzelte Emme zwei Ringe zusammen. Innen wurde ein Spitzenkragen eingefasst. Auch der würde wohl sonst in der Kiste versauern.

Alle drei Traumfänger sind ähnlich, aber nicht gleich. Sie werden im Herbst an die Frau Reichsgräfin und den Herrn Reichsgraf zurückverschenkt. Da haben die beiden nämlich Geburtstag.

Emme könnte sich vorstellen, daß die Traumfänger einen Platz in der Ruheecke ihres schönen Gartens finden könnten. Aber das müssen die Empfänger selbst entscheiden. Bumerang II- fertig!

Die Verpackung ist eine thematisch passende Geschenktüte,

bei der die Einlage ersetzt werden mußte.

Die Pappe mit Herzchen fand Emme vor dem städtischen Papiercontainer.

Hasenlabel drangebämbelt- fertig!

Und was machen wir mit den restlichen Gardinen?

Hase, da mußt Du wohl weiter Traumfänger knüpfen!

Oje!

Euer Hase

Donnerstag, 9. September 2021

Reparatur ratzfatz

Frau H. hatte ihren schmucken Beutel im Heimatstil immer am Rollator hängen.


Irgendein Metallteil hat gescheuert und nun hat der Beutel ein Loch.


Frau H. kann leider nicht mehr so gut sehen, sodaß ihr Näharbeiten sehr schwer fallen. Emme kassierte das kaputte Ding beim Hausbesuch ein und legte es unter die Maschine.

Neue Beutellänge festlegen, neue Farbe einfädeln, eine Naht mit großzügigen Verriegelungen, Überstand abschneiden: nach 2 Minuten war das gute Stück zwar ein wenig kürzer, aber wieder fein und verwendbar. Und Frau H. ist glücklich.

Und weil das so ratzfatz ging, hat Emme vergessen, ein Nachher-Foto zu machen. Aber Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, wie der reparierte Beutel aussieht.

Diese Mini-Reparatur verlinken wir bei Valomea, die allmonatlich zur Reparaturparty aufruft.

Habt Ihr was repariert?

Euer Hase

Dienstag, 7. September 2021

300 Jahre Fähre Kleinzschachwitz-Pillnitz (enthält Werbung)

Ein kleines Fest wurde durch die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) organisiert, und eine Menge Menschen kamen. Tatsächlich ist der erste Fährverkehr an dieser Stelle für das Jahr 1721 nachweisbar. Zuerst wurden nur Mitglieder des Sächsischen Königshauses rüber und nüber geschippert. Die Fährmänner waren Soldaten, sogenannte Pontonniers. Im 19. Jahrhundert gaben sie auch den Königskindern Schwimmunterricht.

Erst im 20. Jahrhundert wurden Motorboote eingesetzt und noch später gliederte man die Fähre in das Liniennetz der DVB ein.

Zur Feier des Tages fuhr eine Fähre ein Stück längs des Flusses. So konnte man das Schloß Pillnitz von der Flußseite betrachten. Das ist nämlich nicht ganz einfach. Normalerweise geht das nur, wenn man auf einem Dampfer sitzt. (Und Emme findet Dampferfahrten sooooo langweilig!) Von der gegenüberliegenden Elbseite ist ein vollständiger Schloßblick unmöglich, da eine Insel die Sicht versperrt. Die Insel wiederum unterliegt aus Vogel- und Naturschutzgründen einem Betretungsverbot.

Aber diesmal gab es Fähre mit Schloßblick! Alle Stege waren frisch gestrichen, wir erhielten Startbonbons,

genossen die glücklichen Umstände und fotografierten wie verrückt!


Außerdem wissen wir jetzt, warum die Löwenkopfbastei Löwenkopfbastei heißt.

An der Dampferanlegestelle stiegen wir aus und tranken Kaffee unter der Linde. Dann lustwandelten wir unterhalb des Schloßparks zur offiziellen Fährstelle zurück.

Um zum Festplatz und in Richtung Heimat zu gelangen, mußten wir nochmals übersetzen. Wir nahmen die „Direktfähre“, ohne zu wissen, daß für die Crew der „Erna“ der Feierabend bevorstand. Wir waren auf der letzten Tour des Tages! Und die Fährmänner gaben ihrem Affen Zucker und genossen die Tatsache, daß heute mal mehr erlaubt war, als sonst üblich. Der Herr Bootsführer war als Pirat verkleidet und setzte nun noch seinen Dreispitz auf. Dann fuhr er mit mehreren Schleifen und Bögen über die Elbe. Zum Schluß drehte die Fähre noch eine Pirouette und wir Fahrgäste applaudierten. Das hat riesigen Spaß gemacht! Natürlich werden wir die Obrigkeit der DVB nicht von der Disziplinlosigkeit ihrer Mitarbeiter unterrichten.

Die Mitarbeiter der DVB an Land waren schon weitgehend am Einpacken. (Wir wollten auch nicht unseren üblichen Quizbeitrag anbringen: Wieviele Straßenbahnlinien fahren in diesem Sommer ohne Umleitung?- Die Zahl ist seit Jahren konstant:1)

Das Fährhaus Kleinzschachwitz war einst die Übernachtungsstätte der Pontonniers. Jetzt ist dort ein Restaurant und ein Biergarten. Und dort war auch der Festplatz.

Die Hawaii Toasters sangen schon ihr Abschiedslied, „Es gibt kein Bier auf Hawaii“. Leider verpassten wir das Konzert, aber unsere Fährabenteuer kann man nur alle 300 Jahre erleben. Wir versprechen hoch und heilig, zum nächsten Konzert zu kommen!

Während die Organisatoren und Veranstalter langsam das Feld räumten, blieben die Leute einfach sitzen, genossen die Musik aus der Konserve und tranken gemütlich weiter.

Das war ein schöner Tag!

Schiff ahoi!

Euer Hase

Sonntag, 5. September 2021

Zwei auf einen Streich: Alles Käse! (enthält Werbung)

Maika rief zum Märchenhaften Werkeln im August. Das war das ausgeloste Thema:


Das Tapfere Schneiderlein ist ja gar nicht sooooo tapfer, sondern eher schlau und gewitzt. Als Kind beeindruckte Emme die Tatsache, daß der Schneider Wasser aus einem Käse herausdrückte. Woraus immer der Käse bestand und wie auch immer der junge Mann das machte: Emme wird sich ewig daran erinnern.

Emme fertigte aus Filz Käse für die Kinderküche an. Leckere Camemberts, deren Größe sich nach den Spanschachteln richtete. (Die Spanschachteln wurden von Emmes großem Bruder gesponsert, vielen Dank!)

Das Nähen war nicht allzu schwierig. Da die Käse in Kinderhände abgegeben werden sollen, nähte Emme erst einmal alles mit der Nähmaschine zusammen.


Nach dem Füllen und Zunähen entstanden die Ränder mit Stickgarn und Langettenstich. Das sieht doch schon sehr camemberisch aus!


Emme überlegt noch, ob die Käse eine Art Einwickelpapier bekommen. Das Originalpapier konnten wir unmöglich wiederverwerten. Emme wird demnächst noch einmal die Stoffbestände nach rotkariertem Stoff durchforschen.


Emme, gab es da nicht mal eine Bluse?

Hase, ich weiß, welche Du meinst. Aber wo ist sie?

Zusätzlich braucht Emme noch eine Idee, wie sie dann noch Silberfolie auf die Rückseite bekommen wird. Da fällt uns bestimmt was ein. Die Geburtstage der jungen Frauen sind vorbei, wir haben noch ein bißchen Zeit bis Weihnachten.


Das waren unsere „2 auf einen Streich!“ Schaut doch mal bei Maika vorbei und seht Euch an, was den anderen zum Thema eingefallen ist!

Euer Hase

Freitag, 3. September 2021

Für den Kaufmannsladen und/ oder die Kinderküche

Die Geburtstage sind vorbei, deshalb können wir das jetzt schreiben und veröffentlichen.

Durch Maikas Märchenaktion war Emme auf die wunderbare Welt der Filzlebensmittel gestoßen. Jetzt spuken ihr noch gefühlt zehntausend Ideen im Kopf herum. Die ersten Ladungen Lebensmittel wurden im Sommer ausgeliefert.

Emme versuchte, ihre Filzlebensmittel gut verpackt und mit Stil zu verschenken. Auf dem Flohmarkt erstand sie zwei Mini-Klappboxen.

Die „Nudeln“ kamen in Gläser mit einer zusätzlichen Stoffabdeckung.

Die Fische erhielten eine „Wanne“ aus ehemaligen Quarkbechern.

Zusätzlich zu den schon gezeigten Lebensmitteln produzierte Emme noch Zuchtchampignons (die ein bissel wie Knoblauch aussehen) und Auberginen.



Leider reichten zwei Klappkörbchen nicht für drei Geburtstagskinder. Also gab es eine „Extrawurst“ für Emmalena. Einen Kinderkoffer. Der stand in einer Kiste am Weg herum mit dem Hinweis „Zum Mitnehmen“.

Das Bild auf der Vorderseite empfand Emme als potthäßlich, obwohl sie Elefanten sehr gern mag. Deshalb war der Koffer auch wahrscheinlich in dieser Kiste gelandet. Aber warum machen andere Leute nichts daraus? Ist das so schwer?

Also: das Bild mußte weg. Emme trennte die Randeinfassung ab und nutzte die Gelegenheit, alle Pappteile mit Klebestreifen zu verstärken.

Dann bezog sie die Vorderseite mit dem Rest von Teffis Kopfkissen, aus dem schon ein Turnbeutel geworden war. Das sah doch gleich viel hübscher aus!

An der Unterseite des Koffers war auch noch ein häßliches Etikett. Emme wollte es abziehen, dabei rupfte sie beinahe die ganze Pappe mit ab. Eine andere Idee mußte her: sie überklebte das Etikett mit einem Stoffstückchen und verschönbesserte die Ränder mit Washi-Tape. Hoffentlich hält das auch…

Emme ließ den Leim zwei Tage trocknen, dann nähte sie die Einfassungen wieder an.

Natürlich erhielt der Koffer die gleiche Füllung wie die Klappboxen: Äpfel, Brote, Weintrauben, Fische, Nudeln etc. Und zum Schluß: das Hasenlabel! Zum Dranbämbeln!

Außerdem wissen wir, daß Emmalena schon ein paar Filzlebensmittel besitzt. Und die passen auf jeden Fall noch mit in den Koffer. Da fliegt nichts in der Kinderküche herum. Das gefällt dann auch ihren ordnungsliebenden Großeltern.

Fertig! Der nächste Geburtstag kann kommen!

Euer Hase

Freitag, 27. August 2021

Reparieren: 2 Röcke

Sag mal Emme, hast Du im letzten Monat gar nichts repariert?

Nicht wirklich, Hase.

Schlimm, schlimm, schlimm.

Dieser indische Rock ist etwas unfarbig, aber bequem. Außerdem ist eine Art Unterrock angenäht, deshalb ist er wenig durchsichtig. Nur der/das Gummi in der Taille war so ausgenuddelt, daß er ständig über den Popo rutschte.

Der Tunnel war gar nicht richtig zugenäht, da mußte Emme kaum trennen. Seit den verrückten Nähaktionen des letzten Jahres haben wir Schlüpfergummi in rauhen Mengen vorrätig. Deshalb: alter/s Gummi raus, neuer/s Gummi rein, zusammennähen, fertig!

Und weil es so schön war, reparierte sie auch noch einen Rock ihrer Mutter. Der sollte nun auch wieder passen.

Die ausgenuddelten Gummis wurden feierlich der Mülltonne übergeben.

Das Ergebnis: 2 Kleidungsstücke gerettet, die Textilindustrie ärmer gemacht und endlich wieder was zum Verlinken bei Valomeas Aktion „Reparieren von 12 bis 12“.

Super!

Euer Hase