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Freitag, 29. September 2023

125 Jahre Dresdner Hauptbahnhof

Quelle: Soziales Netzwerk

Auf dieses Jubiläum machte uns Teffi aufmerksam, wir hätten es wahrscheinlich verpaßt. Danke!

Emme wollte gern sehen, was das wohl für eine tolle Lasershow sein sollte, die als exklusiv angekündigt wurde. Außerdem ist Emme eine Freundin des Bahnfahrens, wenn denn nicht die utopischen Preise und Probleme mit der Pünktlichkeit wären…

Außerdem stellte sich Emme vor, daß zum Jubiläum auch Menschen anwesend sein würden, die Verbesserungsvorschläge sammeln oder erklären könnten, wie man zu einem Europa-Ticket kommt. Da hatte sie leider falsch gedacht.

Wir fuhren mit der Straßenbimmel zum Bahnhof. Die Halle war voll, aber nicht gerade übermäßig. Emme hatte mit mehr Besuchern gerechnet. Zuerst beweihräucherlobten sich zwei Herren von der Bahn, wie toll doch der Bahnhof wäre, weil er jetzt Einkaufsbahnhof heißt. Es gab keine Worte zu wichtigen Themen, zum Beispiel warum die Züge unpünktlich und schlecht gewartet sind, warum es permanent Ausfälle gibt und warum das vielfach ausgezeichnete Dach von Sir Norman Foster schon nach 20 Jahren kaputt ist.

Die Lasershow danach war nicht superspektakulär, aber schön anzusehen und mit historischen Bildern ergänzt.


 

Der Bummel durch die Geschichte war spannend, es gab einiges, was wir nicht wußten. 

 


Anderes hat Emme miterlebt: die Versuche, die Züge aufzuhalten, die im Herbst 1989 die Botschaftsflüchtlinge aus Prag in den „Westen“ brachten. Und das Hochwasser 2002, als innerhalb von Minuten der Bahnhof meterhoch unter Wasser stand.

Die Geschichtsstunde endete natürlich mit einem Happy End: alles wird gut, noch besser und die Bahn ist unser aller Freund…

Danach kamen zwei junge Frauen auf die Bühne und bewegten ihre Kleider mit Hilfe eines Gebläses.


Nach drei Minuten war der Überraschungseffekt für das Publikum vorbei, alle mußten aber einige Zeit länger zuschauen. Eine Aussage konnten wir der Aufführung nicht wirklich entlocken. Höchstens: Heiße Luft oder Wir zündeln mal…Das war aber bestimmt nicht im Sinne des Veranstalters. Manchmal lohnt es sich, bei der Programmplanung ein bißchen nachzudenken.

Zum Schluß spielte die Band Invisible Touch, die Lieder von Phil Collins und Genesis covert. Sie spielten gut und die gute Laune setzte sich durch.

Dann hüpften wir zur vorletzten Straßenbahn, die uns noch ohne Umleitung nach Hause brachte. Getreu dem Motto: Wenn die Bahn Umleitungen fährt, kann unsere Straßenbahn das schon lange!

Bahnhöfliche Grüße!

Euer Hase

Mittwoch, 30. August 2023

Blauer Planet

Lange haben wir nichts mehr über unsere Abenteuer geschrieben. Das liegt teilweise an wunderbaren Ablenkungen wie Reisen und Verabredungen, Treffen (Ja, tatsächlich Aug in Aug!) und einer sehr verspäteten Covid-19-Erkrankung (milder Verlauf, zum Glück gibts Impfungen). Dann kam noch ein unerwarteter Medaillengewinn dazwischen.

Foto: Annett

Emme ist stolz wie Bolle, zu dieser Medaille einen klitzekleinen Beitrag geleistet zu haben. (Auch wenn die Medien den Spaß und die Lebensfreude geistig behinderter Menschen bei den Special Olympics betonten, es ging immer noch um Wettkämpfe. Dabeisein ist alles, aber gewinnen ist besser!)

Im Alltag ist Emme fast nur noch mit dem Fahrrad unterwegs, sonst schreibt korrigiert sie ja ihre meine Texte in der Straßenbahn.

Außerdem sind Emmes Kochkünste gefragt, denn ihr Mütterlein ißt zu wenig. Alles muß mundgerecht und mit viel Soße zubereitet werden, außerdem soll das Essen fein aussehen und Emme kocht neuerdings in knatterbunten Farbzusammenstellungen.

Ende der Ausreden, nun beginnt der Rückblick: Im März machten wir einen Mini-Ausflug in die Stadtmitte und sahen: die Installation „Gaia“, die in der Dresdner Frauenkirche ausgestellt war. Die Idee des Künstlers Luke Jerram und der Aussteller war, die Fragilität und die Bedrohung unseres Planeten zu zeigen.

Sie hing unter der Kuppel- unsere Erde. Im Grunde war das „nur“ ein Wasserball im Durchmesser von 7 Metern, der sich langsam drehte. Dieser „nur Wasserball“ machte trotzdem einen großen Eindruck. Obwohl ganz viele Menschen da waren, war es erstaunlich leise und alle schauten die Erde an.


An diesem Sonntag durften wir in der Frauenkirche nicht auf die Emporen steigen, deshalb konnten wir von Europa und Nordamerika fast nichts und auch von Afrika und Asien eher weniger sehen. Grönland und die Arktis waren sozusagen „weg“.


Emme, wann fahren wir denn nach Grönland?

Hase, in diesem Jahr nicht.

Gibt es da Pinguine?

Nein, aber Moschusochsen und Eisbären.


Emme und ich saßen also im Kirchenschiff und bestaunten die Südhalbkugel. Wie groß der Pazifik ist! Wie viele Inseln es da gibt! Wo wohnt die Cousine in Australien? Südamerika haben wir noch nie bereist. Oh, da ist Feuerland!

Emme, fahren wir mal nach Feuerland?

Na klar, Hase. Pinguine gucken.

Oh je, so viel zu entdecken…Da reicht weder ein Hasen- noch ein Menschenleben.


Wir sahen uns die Erde eine ganze Weile an, genossen das schon fast unheimliche Blau und dann sang sogar ein Kinderchor. Das war sehr schön.

Die Installation wandert noch durch andere Städte, guckt mal hier. Irgendwann gehts bestimmt wieder nach Deutschland. Etwas Ähnliches, bestimmt nicht weniger Beeindruckendes, sieht man im Gasometer Oberhausen.

Am Ende unseres Ausfluges tranken wir Kaffee auf dem Dresdener Neumarkt. Emme staunte, wieviel Geld eine Kugel Eis kostet. Und wie viele Kugeln sich Kinder und Jugendliche auf Klassenfahrt leisten können.

Planetarische Grüße!

Euer Hase