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Donnerstag, 19. Oktober 2017

Un poco Almodóvar



Dies ist ein Kleid, daß sich Emmes Mutter in den siebziger Jahren nähte. Die Ärmel kann man abnehmen, um das Kleid im Sommer und im Winter tragen zu können. Schlaue Idee! Emme glaubt sich auch zu entsinnen, daß ihre Mutter dieses Kleid bei einigen Anlässen trug. Danach nie mehr.
Deshalb bekam dieses Kleid eine Renovierung. Die Armlöcher wurden ein wenig erweitert. Die gesamte Länge des Kleides gekürzt und an den Seitennähten zwei Zentimeter ausgelassen, um ein bißchen mehr A-Linie zu erreichen.
Einen neuen Reißverschluß für mehr Sicherheit und Bequemlichkeit gab es auch. Fertig!


Aus dem am Saum abgeschnittenen Stoff wurde eine Stola: Emme fütterte sie mit violettem Stoff.


Einfach, schnell und dekorativ.


So schwang sie auf der Hochzeit 2017 die Tanzbeine.

 

Und mit diesem Kleid kann sie im nächsten Film von Almodóvar mitspielen!
Euer Hase

Dienstag, 17. Oktober 2017

Heiraten! 2017



Auch ein Wochenende kann stressig sein: Gestern noch tobend bei den Rockys- heute geschniegelt und gebügelt! In der Straßenbahn legte Emme letzte Hand an und schminkte sich fertig. Auch ich bekam Anzug und Fliege erst im Fahrzeug. Und nach einer halben Stunde kamen wir wie aus dem Ei gepellt im Stadtzentrum an.


Die Hochzeit von Annette und Martin fand im Festsaal des Dresdner Stadtmuseums statt. Bekannt ist das Haus auch als Landhaus. Zwischen Museumsstücken warteten wir auf die Trauung und die Aufsichtsdamen hatten sehr große Angst, daß wir uns danebenbenehmen würden. Zu bestaunen gab es unter anderem ein DDR-Enblem aus Kupferblech mit einem Durchmesser von ungefähr 2,5 Metern. 

 Foto: Heiko Weckbrodt

Es hing früher im Kulturpalast, wenn politische Veranstaltungen angesagt waren. „Gute Arbeit“, sagte die Beste Köchin der Welt. Emme meinte dazu: „Und das in einem Staat, indem es zeitweise nicht mal einen Nagel zu kaufen gab.“ Die Diskussion wurde beendet, denn die Braut schwebte herein. 


Sie schwebte noch den ganzen Tag wie auf fluffigen Wolken, glücklich und strahlend. Die Problemchen des Festes überließ sie lächelnd dem frischgebackenen Ehemann.
Es gab eine kurze und feierliche Zeremonie mit einer sehr netten Standesbeamtin, herzzerreißende Musik, Gratulationen und eine träge Hochzeitsgesellschaft auf dem Weg zum Fototermin.
Gefeiert wurde in der Robolino-Kindervilla auf der Südhöhe. Eine Villa aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Architekt war Wilhelm Kreis, der auch das Deutsche Hygienemuseum entwarf.
Nach viel Essen, Fotografiererei und anderen Dingen gab es abends Tanz. Der dauerte bis in die Nacht und müde zuckelten wir nach Hause.


Hase, was war am Schönsten?
Natürlich die strahlende Braut!
Stimmt!

Die nächste Hochzeit kommt bestimmt!
Euer Hase

Freitag, 25. August 2017

Crazy



Auch diese Decke war ein UFO, das jahrelang auf seine Fertigstellung wartete. Während der Arbeit erfuhr Emme auch, warum. Das Oberteil war fertig und der Rückstoff, eine Bettwäsche aus alten Zeiten, lag schon dabei. Es mußte nur noch abgesteppt und der Rand genäht werden.
Und das war das Problem: Die vielen Stoffreste des Oberteils waren sehr, sehr knappkantig zusammengenäht worden. Viele Stellen klafften auf. Emme mußte mit der Maschine und mit der Hand nacharbeiten. Die Zahl der offenen Nähte fand kein Ende. Zwischendurch verlor Emme fast die Geduld, aber wenn sie das Stück wieder weggelegt hätte, würde es nochmals Jahre bis zur Fertigstellung dauern.
Irgendwann ging es ans Absteppen, für die Herstellung des Schrägbandes mußte eine Damenbluse herhalten.
Nach langer Entstehungszeit ist die „verrückte“ Decke fertig. Das Hasenlabel wurde eingestickt,


Emme hat vermessen und fotografiert. Verpackt und Schleife drumrum Rosetten dran- ein schönes Hochzeitsgeschenk für Annette und Martin.


Wir wünschen alles Gute und wie immer: Liebe ohne Ende! Und viel Glück und Freude mit Eurer alten/ neuen „verrückten“ Familie!
Hase und Emme

Größe: 155x 189 cm
Materialien: Reststoffe, Bettwäsche, Damenbluse
Füllung: Fleecedecke
Muster: Crazy Patchwork
mit der Maschine zusammengesetzt und in den Nahtlinien gequiltet

 






Donnerstag, 17. August 2017

Ringkissen



Oh, sind wir wieder zu einer Hochzeit eingeladen?
Ja , Hase.

Zur Vorbereitung begann Emme im Frühling, ein Ringkissen zu nähen. Ideen holte sie sich im weltweiten Informationsnetz unter anderem hier.
Die Idee mit dem Schriftzug gefiel uns beiden. Emmes Problem: in hiesigen Breiten und in heutiger Zeit heiratet man nur aus Liebe. Wer wegen Schwangerschaft, Geld oder aus Standesdünkel „Ja“ sagt, ist ihrer Meinung nach plemblem. Deshalb muß man dem Brautpaar das Wort „Liebe“ nicht noch im Standesamt vor Augen halten. Daß sie sich lieben, wissen sie doch sowieso.
Da fiel Emme der Dienstplan ein. Dort fotografierte sie die Handschrift der Braut.


Diese wurde dann mir der Sylvie-Kopier-Methode auf Papier übertragen. (Foto auf dem Monitor vergrößern- Papier auflegen- die Schrift scheint durch- nachmalen).


Und vom Papier wurde alles auf ein Stück schön glänzendes Rolltuch übertragen. Weil Emme keinen Lichtkasten hat, machte sie das am Fenster, als mal zufälligerweise die Sonne schien. Dann stickte sie den Schriftzug nach, nähte zwei Vierecke zusammen und faßte die Satinbänder mit ein, ließ eine Öffnung frei, drehte alles um, stopfte Füllwatte ins Kissen, schloß die Öffnung mit feinen Stichen, band die Schleife, fertig.


Das Kissen verpackte sie schön blickdicht  und klebte alles zu. Dieses Päckchen kam nun zum Trauzeugen Udo, der die Braut am Hochzeitstag mit ihrer eigenen Handschrift überraschen konnte.


Laßt Euch überraschen!
Euer Hase