Donnerstag, 2. Juli 2020

Picknick zu viert- Teil II: Schnickschnack

Die genähte Picknickdecke mußte befüllt werden. Deshalb jagte Emme durch die Schnulliläden unserer schönen Heimatstadt. Richtig üppig war die Auswahl nicht und Emme nahm mit, was ihr in die Finger kam.


Das Geschirr

Pappgeschirr sollte es nicht sein, Glas und Porzellan sind zu schwer und zerbrechlich. Da blieben also eigenartige Alternativen:

Arcopal: sehr, sehr schwer. Nö.

Bambus: Die Teller hatten einen ausgefransten Rand. Sah sehr alternativ aus. Und häßlich. Nö.

Melamin: Gabs in einem undefinierbaren Dekor. Potthäßlich. Sauteuer. Nö.

Diverse Dekoteller: waren ohne Materialangabe. Wahrscheinlich nicht für Lebensmittel geeignet. Nö, nö.

Teller aus einem Recyclingmaterial, das sich selbst biologisch abbauen soll: Für diesen Preis kann man auf jeden Fall Porzellan kaufen. Vielleicht kein Meißner. Gabs in flippigen Instagram-Farben wie lindgrün und apricot-rosa. Nö, nö, nö.

Emme kaufte am Ende allseits verpöntes Plastegeschirr. Leicht und unzerbrechlich. Es wird bei den neuen Besitzern mindestens zwanzig Jahre überleben. In dieser Zeit wechseln manche Menschen zweimal ihre gesamte Wohnungseinrichtung.


Becher und Gläser

Plastebecher und –gläser fand Emme nach drei Versuchen.

Das Besteck

ist in modernen Farben, aber dieser Stilbruch mußte sein.




Die Serviettenringe
 
enstanden aus den Resten des „Mittelquadrates“. Zu Ringen zusammenlegen, durchsichtiges Klebeband drauf und einen Sticker dran. Königlich!




Die Servietten

schnitt Emme aus einem Gardinenpaneel zu, das sie im Ausverkauf eines Dekoladens erwarb. Deshalb sind die Servietten nicht quadratisch.


Emme baute auch eine Herausforderung ein: sie testete den Rollsaumfuß der Nähmaschine und versuchte sich an einem Rollsaum. Grundsätzlich hat das geklappt, es sah trotzdem doof aus. 


Deshalb änderte Emme nochmals ihre Nähpläne. Aus der alten Badgardine schnitt sie Streifen und nähte sie an die Servietten,


ohne Briefecken oder anderen Schnickschnack.

 

Fertig! So sieht das ganze Projekt im Garten aus:



Alle Vorbereitungen, Besorgungen und Herstellungsprozesse dauerten länger als gedacht. Aber, wie schon in Teil I beschrieben, war der Stoffverbrauch hoch. Das freut die Emme, denn es ist wieder was weg. Und es ist ein schönes, nachhaltiges Geschenk entstanden. Die Empfänger hats gefreut.

Zum Schluß kommen wir noch einmal auf die märchenhafte Nähaktion bei Maika zurück. Das ist unser Schlußvers:


Du hast mit uns gegessen,
Du hast mit uns getrunken,
Du hast uns alle wohlbedacht,
wir wünschen eine
Gute Nacht!

Euer Hase

1 Kommentar:

  1. Witzige Umsetzung zum Märchenthema!
    Das ist eine ziemlich aufwändige Sache gewesen. Aber es glänzt schön, das Geschenk.
    Unterwegsgeschirr ist ein schwieriges Thema. Gerade wenn man auf Nachhaltigkeit achten möchte. Bei uns gibt's als Gläser dann immer die kleinen Ikea-Windlichter, die muss man zwar öfter nachgießen, aber sie sind gerade noch nicht zu schwer.
    LG
    Elke

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