Sonntag, 16. August 2020

Nähen für Weihnachten: Kinkerlitzchen (enthält Werbung)

Man muß sich zu Weihnachten nichts schenken. Emme ist sowieso eine Freundin des azyklischen Schenkens, dafür ist sie bekannt. Aber wenn etwas fertig ist, darf es natürlich auch passend zum Fest verschenkt werden…

Im Juli hat Emme die ersten Geschenke produziert. Nun kam diese lustige Weihnachtsmann-Mütze dazu.

Die wurde Emme im letzten Jahr geschenkt. Drinnen war leckere Schokolade. Die Verpackung war natürlich zum Wegwerfen zu schade. Das Label an der Vorderseite störte.

Vom Picknickprojekt waren noch zwei Krönchen übrig. Emme nähte sie auf.

 

Und überlegt nun, welchem Prinzenpaar sie diese schöne Geschenkverpackung zukommen lassen wird. Und womit sie gefüllt werden wird…

Wir überlegen weiter.

Euer Hase

Montag, 10. August 2020

Lauenstein

Es gibt in Deutschland mehrere Lauensteins und überall dort steht auch eine Burg oder ein Schloß. Das Fränkische Lauenstein hat einen unschlagbaren Vorteil: Dort gibt es eine Schokoladenfabrik.

Wir waren im Lauenstein im Osterzgebirge. Emme hat sich schon seit einigen Jahren vorgenommen, dahinzufahren. Jetzt, da wir Zeit haben, reisten wir mit dem Sparfuchstarif und erkundeten an einem sehr heißen Tag Städtchen und Burg. Emme hatte insgeheim gehofft, im Erzgebirge etwas Abkühlung zu finden. Bei der Fahrt durch das Müglitztal sahen wir die Leute müde und apathisch mit den Füßen im Bächlein stehen. Man kann sich kaum vorstellen, daß hier vor 17 Jahren (fast auf den Tag genau) ein reißender und zerstörerischer Fluß war…

Vom Tal muß man einen Kilometer zum Schloß aufsteigen. Und da wir schon lange nicht mehr auf der Piste waren, merkte das Emme sofort in den Waden.

Emme, gehen wir mal wieder wandern?

Hase, wenn es nicht so heiß ist. Und wenn sicher ist, daß wir keine Infektion von Dorf zu Dorf tragen.

Das Schloß Lauenstein ist groß und hat mehrere Gartenanlagen. Ein Teil ist (gesicherte) Ruine, schon seit 1880 wurden mehrere Räume dem Verfall preisgegeben.

Über die wechselvolle Geschichte des Schlosses wird im Osterzgebirgsmuseum umfassend informiert: Es gibt ein Tastmodell für Sehbehinderte, eine Videodokumentation und viele Ausstellungsvitrinen. Im weltweiten Informationsnetz kann man alles nachlesen.

Zwei Prunkräume im Schloß sind wirklich einzigartig: Der Wappensaal (oder Türkensaal) mit üppigen Stuckarbeiten

und der Vogelsaal mit wunderschönen Bemalungen.

Auf mehreren Stockwerken kann man im Museum verschiedenen Themen folgen: dem Leben als Ackerbürger in Lauenstein, dem Zinnbergbau, der Jagd, dem Wald, Waldsterben und Umweltschutz im Osterzgebirge, dem Bau der Müglitztalbahn und dem Wirken des Malers Heribert Fischer-Geising.

Dem Baumeister George Bähr sind mehrere Räume gewidmet. Er wurde im Nachbarort geboren und ging in Lauenstein zur Schule und in die Lehre. Später wurde er Ratszimmermeister in Dresden und gilt als Schöpfer der Frauenkirche. Die Stiftung Frauenkirche hat einige bewegende Exponate zur Verfügung gestellt, unter anderem ein Stück der 1945 zerborstenen Glocke.

Ebenso bewegend war eine andere Abteilung des Museums, darüber berichtet Emme zu einem anderen Zeitpunkt.

Wir spazierten noch durch die Gärten, dort fanden wir diesen Zeitgenossen, der brav auf den Falkner wartete:

Der Falkner war wiederum angesäuert, weil Emme auf seine Falkner-Führung verzichtet hatte. Hätte sie sich rechtfertigen sollen? Nach dem Motto: „Ich weiß, daß Falknerei zum Immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurde. Ich weiß, daß Friedrich II. (der Staufer) ein Buch über Falkenjagd geschrieben hat. Trotzdem interessiere mich nicht für Falknerei. Ich möchte mir heute etwas anderes ansehen.“ Nein, danke, keine Diskussionen.

Nach der Schloßbesichtigung lief Emme noch ins Städtchen. Die Kirche soll ein paar kunsthistorische Schätze beherbergen, war aber geschlossen.

Der Brunnen heißt Falknerbrunnen, denn es gibt eine Legende:

Zu einem Ausflug gehört für Emme und mich auch, daß wir irgendwo einkehren. Außerdem haben wir bei der Anreise Geld gespart. Leider gibt es in Lauenstein keine Gaststätten mehr. Die sind aber nicht der Corona-Schließung zum Opfer gefallen, sondern eher der etwas abgelegenen Lage des Ortes, der Grenznähe und der schwachen Wirtschaftskraft in den „abgehängten Gebieten“. Wer ein Auto hat, fährt einfach weiter. Zu Fuß und bei 35°C ist das ein wenig schwieriger…Deshalb kehrten Emme und ich zum Schloßcafé zurück, um wenigstens etwas zu trinken. Das wird, wie sollte es auch anders sein, vom Falkner betrieben. Der war anfangs weniger begeistert, aber Emme bekam dann ihren Kaffee. O weia, so viele kleine Unstimmigkeiten  bei einem schönen Wochenendausflug! 

Auf dem Heimweg erwischten wir den „Schnellzug“ der Müglitztalbahn. Mit Klimaanlage und wenigen Haltestellen (Glashütte und Weesenstein sind allemal einen eigenen Ausflug wert!) brachte uns der Zug wie der Blitz nach Hause.

Das war ein schöner Ausflug! Fahren wir da mal wieder hin? 

Na klar, Hase. Aber wir nehmen Marschverpflegung mit.

Ja, Möhrchen für alle! 

Euer Hase

Verlinkt mit „Niwibo sucht im August“ und Hummelelllis Plapperkasten „Schönes Deutschland“

Dienstag, 4. August 2020

posible

BRN 2017



Si es posible….
Sí, es posible.

Sonntag, 2. August 2020

Europäische Schutzkultur

Im Juli wurde beim „Märchenhaften“ Werkeln dieses Märchen ausgelost:

Das fand Emme früher sehr, sehr gruselig: Weil der Bruder Durst hat, wird er in ein Tier verwandelt. Das Reh wird bei der Jagd verletzt- Blut! Die Königin, die im Kindbett liegen sollte, wird in der Badewanne verbrüht! Eine Einäugige wird an ihrer Stelle ins Bett gelegt! Nachts kommen Gespenster! Und die Rache (oder soll das Gerechtigkeit sein?): eine Tote und eine Schwester, die von wilden Tieren zerrissen wird. Das klingt ganz schön nach Horrorfilm.

Den Gegensatz bilden die romantischen Illustrationen: ein Kind/ eine junge Frau, das mit einem Reh an der Seite durch den Wald streift…

Und dazu soll Emme was werkeln? Das war wirklich sehr schwer, denn es soll ja etwas Brauchbares dabei herauskommen, nicht nur Mord und Totschlag.

Schon beim Junithema hatte sich Emme erfolgreich um das Thema „Wald“ gedrückt, aber diesmal ging das nicht mehr. Als Inspiration Nr.1 diente diese Textstelle:

Da suchte es dem Rehchen Laub und Moos zu einem weichen Lager, und jeden Morgen ging es aus und sammelte sich Wurzeln, Beeren und Nüsse, und für das Rehchen brachte es zartes Gras mit, das fraß es ihm aus der Hand, war vergnügt und spielte vor ihm herum. (...)  Und hätte das Brüderchen nur seine menschliche Gestalt gehabt, es wäre ein herrliches Leben gewesen.

Inspiration Nr.2 fand sie bei Clara, die in ihrem schönen Blog „Bimbambuki“ textile Blumen gepresst hatte. Vielen Dank dafür, daß Du Deine tollen Ideen mit uns teilst!

Emme hatte noch einen alten schwarzen Schal aus Filz, den sie von sonstwem erhalten hatte. Der Schal ist untragbar, da der Stoff Krümel, Fussel und Haare wie ein Magnet anzieht. Jeder Morgen würde erst einmal mit Ausbürsten beginnen. Für das Werkelprojekt war er ein gutes Ausgangsmaterial.

Emme schnitt zwei Rechtecke für Platzdeckchen (neudeutsch: Tischsets) zurecht und legte Blumen und Blätter aus Stoffresten darauf. Die fand sie im Schnipselkorb.

Emme versuchte, ein paar Waldblumen zu gestalten. Echte Pflanzenfreunde werden jetzt sagen: „Die sehen doch ganz anders aus!“ Aber Ihr verzeiht es Emme bestimmt, Botanik war einfach noch nie ihre Stärke.

Über das gelegte Muster kam ein Stück brauner Organza. Emme quiltete zuerst alles in einer Richtung und danach noch einmal alle Konturen.

Für die rückwärtige Abdeckung zerschnitt Emme einen alten Kopfkissenbezug. Die überstehenden Ränder schlug sie nach vorn um und nähte sie fest. So entstand die Einfassung.

Nach den Rechtecken war dann immer noch schwarzer Filz und etwas Organza übrig, deshalb nähte Emme noch zwei Glasuntersetzer im „Waldblumen-Look“. Fertig!

Als Emme diesen/dieses Post vorbereitete, fand sie einen amüsanten Abschnitt in der weltweiten Wissensenzyklopädie:

Der Untersetzer ist ein Teil der Schutzkultur, die sich in Europa etabliert hat: Das Holz zum Beispiel des Tisches wird geschützt durch den Lack, der Lack durch eine Tischdecke und die Tischdecke durch den Untersetzer. Die ursprünglich schützenden Gegenstände wurden im Laufe der Zeit auch zum Objekt des Schutzes.
Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Untersetzer abgerufen am 28.07. 2020

Emme hat dieses Projekt Spaß gemacht. Die Denkarbeit war wichtig. Außerdem hat sie etwas ausprobiert, das sie sonst nie gemacht hätte. Ein paar Stoffreste sind verbraucht.

Und ein Weihnachtsgeschenk für zwei Jünger der europäischen Schutzkultur ist fertig.

Euer Hase

Verlinkt bei Maikas „Märchenhaftes 2020“ und bei Ulrikes Magic Crafts

Mittwoch, 29. Juli 2020

Mal wieder einen Reißverschluß ersetzen und eine schnelle Kleberei

Es geht doch nichts über Reparaturen, die man so ähnlich schon bei anderen Kleidungsstücken durchgeführt hat.

Diese gelbe Jacke, gefüttert und warm, ist eigentlich für den Herbst oder das zeitige Frühjahr gedacht. Die leuchtende Farbe soll nicht zeigen, daß Emme bei der Post arbeitet. Die Signalfarbe soll verhindern, daß Emme samt Fahrrad in der Morgen- oder Abenddämmerung umgefahren wird. Natürlich wird der helle Stoff schnell schmutzig, die Jacke ist häufig in der Waschmaschine. Die Farbe sieht immer noch gut aus und alle Nähte halten. Aber irgendwas ist immer, der Reißverschluß war kaputt…

Deshalb tauschte ihn Emme gegen einen Reißverschluß aus, den sie irgendwo herausgetrennt hatte. Das war genau der Reißverschluß, den sie bei diesem Projekt so vergeblich gesucht hatte. So ist es auch gut,

der alte zerschnuddelte Reißverschluß kam in den Müll. Jetzt ist die Jacke wieder heil, wandert wegen der gegenwärtigen Temperaturen in den Schrank und wartet auf kühlere Tage.

Außerdem erledigte Emme heute morgen noch schnell eine Mini-Reparatur: ein Kühlschrank-Magnet mußte geklebt werden.

Während Emme auf Arbeit war, trocknete alles schön aus.

Nun haben wir wieder einen Schmuse-Prinz.

Wir verlinken diesen/ diese Post mit Valomeas Reparatursammlung.

Gebt Bescheid, wenn ihr von Reißverschlüssen die Nase voll habt.

Euer Hase