Samstag, 16. Februar 2019

El fuego



El fuego de afuera fue tan fuerte como si fuera furioso.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Notkauf


Vor zwei Jahren war Emme beim Leopoldsfest in Dessau und mußte feststellen, daß es dort sehr kalt war und ihr dünnes „Brexit- Kleid“ (siehe London: Ausbeute) für die fallenden Temeraturen nicht ausreichte. Deshalb sauste sie schnell in den Laden eines großen schwedischen Textilhandels, erwarb eine Hose und einen Pullover und das sah dann so aus:

Das ging so zur Not für zwei Tage. Andere Frauen erzählten Emme, daß ihre gesamte Garderobe aus solchen Notkäufen bestehe. Emme wollte zu Hause SOFORT die Sachen ändern und Ihr seht, wie lange sie gebraucht hat. Vorteile der Kleidungsstücke waren: Sie paßten erst mal grundsätzlich. Nachteile: der Pullover hat einen kastigen Schnitt und zog Fäden, die Hose war zu lang und der Schlag so groß, daß Emme auf ihre eigenen Hosenbeine trat. So modern, wie das war, so unpraktisch war es.
Emme verschmälerte die Jeans an den Innenseiten und nun hat sie eine halbwegs gerade Hose. Eigentlich wollte sie noch die eigenartigen Vordertaschen abtrennen, aber das hätte wahrscheinlich noch komischer ausgesehen. Da muß sie eben etwas längere Oberteile drüber tragen.
Beim Pullover zog sie erst einmal alle zuppelnden Fäden nach innen, schnitt ihn an der Vorderseite mittig auf, zackelte ab und nähte Schrägband dran. Weil das an den Mittelnähten aber nicht richtig gelang, nähte Emme noch einmal Stoßband (Gefunden in der weißen Wunderkiste) drüber. Jetzt sieht es fein aus.



Nun hat sie statt eines kastigen 80er-Jahre-Teils einen schwarz-weißen Fummel und statt einer 70er-Jahre-Nachmach-Schlaghose eine alltagstaugliche Jeans.


Auf jeden Fall: Notkauf gerettet, bis wieder Fäden ziehen!
Euer Hase

Dienstag, 12. Februar 2019

Sonntag, 10. Februar 2019

Der Junge muß an die frische Luft


Roses/ Rosas 2015

Emme ist ja nicht so ein großer Hape-Kerkeling-Fan. Als sein Ruhm in den neunziger Jahren begann, mußte sie sich erst an das gewöhnen, was im westlicheren Teil der Republik als Humor bezeichnet wird. Mittlerweile hat sie verstanden, das es sich dabei nicht um ein Ost-West-Problem handelt, sondern um kulturelle Unterschiede. Woanders finden die Leute eben andere Dinge lustig. Das muß man auch nicht verstehen. Das ist halt so.
Hape Kerkelings Homor konnte sich jedenfalls in den neunziger Jahren und anfangs der 2000er in Deutschland niemand entziehen. Es sei denn, er hätte im Wald ohne Kontakt zur Außenwelt gelebt. Ob Fernsehen, Kino, Zeitung und Musikgeschäft- überall war Kerkeling präsent und wurde mit Preisen überhäuft.

Eine Aktion fand Emme allerdings herrlich. Hape Kerkeling trat als Königin der Niederlande auf. Und plötzlich katzbuckelten Menschen, die ohne Monarchie aufgewachsen waren, vor dieser falschen Königin, bis ihnen der Sabber aus den Mund lief. Diese Satire war so entlarvend und lustig, daß Hape Kerkeling bei Emme für immer und ewig ein Stein im Brett haben wird.
Gut fand Emme, daß sich Kerkeling in einer Lebenskrise aufgemacht hat, um den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu gehen. Schlecht: Er schrieb ein Buch darüber. Und löste damit, ähnlich wie Coelho in Brasilien einen Hype aus. Denn auf einmal trifft man in Spanien sehr, sehr junge krakeelende deutsche Pilger, die sich nicht benehmen können. Sie verwechseln Herbergen mit Hotels und Hospitaleros mit Personal. Sie wollen Spaß haben -gut, das wollen wir auch- aber nichts dafür tun. Und bringen den guten Ruf der deutschen Pilger (den gibts wirklich!) ins Wanken. Und im Ausland wurde Emme immer wieder gefragt: "Wer ist eigentlich dieser Mann? Der mit dem Buch?"
Hape Kerkelings zweites Buch "Der Junge muß an die frische Luft" beschreibt seine Herkunft, seine Kindheit im Ruhrpott, seine Familie und den Selbstmord seiner Mutter. Und Caroline Link machte einen tollen Film daraus. Ob in den siebziger Jahren wirklich alles so bunt war, weiß Emme nicht. Sie hat das alles nur in blassen Farben in Erinnerung. Jede Rolle ist hervorragend besetzt, große Gefühle sind spürbar, man kann lachen und weinen. Der Film ist auch eine Verbeugung vor allen Großeltern (und vor allem den Großmüttern) und ein Loblied auf eine Familie, die in Freud und Leid zusammenhält.
Julius Weckauf als Hans-Peter ist ein fantastischer Kinderdarsteller. Ein echter Glücksfall und wir hoffen, daß er in Ruhe seinen Weg gehen kann. Daß er nicht verheizt wird und er das tun kann, was ihm Spaß macht.
Am Ende des Fimes sieht man den echten Hape Kerkeling kurz eingeblendet. Er hat mächtig zugelegt. Und wir rufen ihm freundlich zu: "Junge, Du mußt mal an die frische Luft! Pack Dein Zeug und sei mal weg!"


Ab auf die Piste!

Euer Hase

Freitag, 8. Februar 2019

Abgeschafft im Januar

Wir hatten uns ja vorgenommen, soviel wie möglich abzuschaffen, zu verbrauchen und wegzuwerfen. Und darüber zu berichten, damit wir auch im "Wegwerfmodus" bleiben. Das haben wir im Januar geschafft:

Verschenkt

zwei  verspätete Weihnachtsgeschenke

drei leere Gläser an Menschen mit Garten und Lust zum Marmelade-Einkochen 
eine schöne, kuschlige  Fleecedecke, die Emme einst zum Verarbeiten bekam, die aber zum Zerschneiden viel zu schade ist
vier Flaschen Bier, die beim Weihnachtsessen übriggeblieben sind.






Zurückgegeben
Das, was uns nicht gehört, hat Emme abgegeben: ein Weihnachtsgeschenk, das nach dem Essen am 25. Dezember liegengeblieben war und einen Stoffbeutel, gewaschen und gebügelt.
Eine Servierschale (da lag Stollen drauf) und als Dankeschön eine Rolle Kekse. Denn Emmes Mutter sagt: "Eine Rolle Kekse muß immer im Haus sein!"




Aussortiert, aber noch nicht abgeschafft:
Eine Umzugskiste voll Weihnachtskram. Das heißt: alles, was nicht aus dem Erzgebirge oder aus Lauscha ist, mußte in die Kiste umziehen und wartet auf den herbstlichen Flohmarktverkauf.



Abgeschafft
Der Weihnachtsbaum, eine Flurlampe und das alte Bügeleisen wurden fachgerecht bei den städtischen Einrichtungen entsorgt.
Eine Riesen-Ladung Papiermüll wanderte in den Papiercontainer, darunter auch der Wandkalender von 2018, ein Geburtstagskalender, den Emme nie benutzt hat und der Karton vom Bügeleisen.

fünf Stifte, die nicht mehr schreiben/malen.
diverse Nähreste und zerbrochene Nadeln
ein kaputter Reißverschluß.



 

 

 


Aufgebraucht 
einmal schwarze Acrylfarbe
Garnrollen und halbvolle Spulchen für Unterfäden

Hautcreme






Verarbeitet
eine Kuriertasche, Gurtband und ein Reißverschluß aus der Weißen Wunderkiste

 

Da ist ja einiges zusammengekommen. Wir müssen aber fleißig weitermachen.
Habt Ihr auch ausgemistet?
Euer Hase

Mittwoch, 6. Februar 2019

Was mit Engeln


Ingo W. Hirschberger: Tänzerin 2012/2018, Bronze

Das "Kinojahr 2019" eröffneten wir schon am 30. Dezember 2018. Wir waren im Werkstattkino in der Kamenzer Straße und sahen, wie vollmundig von den Organisatoren angekündigt, zwischen den Jahren was mit Engeln. Es gab Wim Wenders "Der Himmel über Berlin" (1987). Ich durfte dabei sein, denn Emme meinte, sie wäre auch nicht viel älter gewesen als ich jetzt, als sie den Film zum ersten Mal sah. Sie war damals hauptsächlich im Kino, um zu sehen, wie es in West-Berlin aussah.
Damals wurde noch jede mögliche und unmögliche Idee genutzt, um einen Blick über die Mauer werfen zu können. Dabei gab es "drüben" auch nur graue Häuserschluchten und das war der Unterschied: An der Eckkneipe stand "Schultheiß" dran.
Der Film ist trotz seiner Längen nach wie vor faszinierend und wir hatten ein tolles Kinoerlebnis. Was fiel Emme beim Zugucken dreißig Jahre später auf?
1. Die drei Hauptdarsteller Bruno Ganz, Otto Sander und Peter Falk sind immer noch unschlagbar.
2. Tolle Kinderdarsteller!
3. Nick Cave und die Bad Sees machen immer noch Klasse-Musik.
4. Wim Wenders liebt lange Schlußmonologe. Inklusive Neuausleuchten der Schauspielerin und Wechsel der Lippenstiftfarbe.
Und nach dem Filmansehen? Entstanden köstliche Ost-West-Dialoge, urkomische Erzählungen vom ersten (West-)Berlin-Besuch, Diskussionen, ob der "Himmel über Berlin" im DDR-Kino lief und das unglaubliche Gerücht lebte noch einmal auf, daß Wim Wenders im Todesstreifen gedreht habe. Ein paar Aufnahmen aus Ostberlin sind wohl tatsächlich über die Grenze geschmuggelt worden.
Fazit: Bildungskino für die Jungen und Nostalgie für die Alten. Emme hat ja gleich nach dem Fortsetzungsfilm ("In weiter Ferne so nah") gekräht, aber der soll ja beim Publikum nicht so gut angekommen sein. Emme fand ihn lustig.


Lassen wir uns überraschen, was das Kinojahr 2019 bringt.
Euer Hase

Montag, 4. Februar 2019

Ein Tag und drei europäische Hauptstädte


Die Rückreiseroute war so kurios, daß wir Euch daran teilhaben lassen wollen:
Morgens Tirana



mittags Ljubljana



und am Abend Prag.



Das klingt zwar wie Werbung für Drei-Wetter-Taft, aber uns waren die vielen Ideen wichtig, wohin man noch reisen kann…
Euer Hase