Mittwoch, 19. September 2018

Pfingsten im Grünen



Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen und wir fuhren nach Molsdorf.
Dort hatten die Tanzbeinschwinger und Emme die große Ehre, im Rahmen der „Thüringer Schlössertage“ aufzutreten. Zwei gute Dinge gabs dabei als Dreingabe: 1.deutschlandweite Werbung und 2.wurde Emmes Name im Programmheft richtig geschrieben! Wie cool ist das denn?
In Molsdorf wurden wir wieder herzlich willkommen geheißen und wir lernten einen ehemaligen Trompeter der Erfurter Theater kennen. Emme beobachtete völlig fasziniert Insekten und Käfer im Park. Das Tanzbeinschwingen machte Spaß. Nur ich mußte mich beim Fotografieren für einen von zwei Königen entscheiden. Machten wir eben Fotos von beiden:


Wir lernten nette Leute kennen und Emme handelte nebenbei zwei neue Verträge aus.
Den Tag beendeten wir bei den Kanonenschützen, die sich einmal im Jahr in Molsdorf treffen, um gemeinsam zu böllern.
Am Pfingstsonntag fuhren wir nach Hause, ruhten uns ein wenig aus, wuschen Wäsche und packten neu: Am Pfingstmontag waren wir in Moritzburg. 

Die Tanzbeinschwinger sind der Meinung, daß es wichtig sei, auch mal heimatnah aufzutreten. Wir tafelten in Adams Gasthof, tanzten und spielten und verbrachten den ganzen Tag an der frischen Luft.




Höhepunkt war ein spontanes und lustiges Fotoshooting: „Rock und Barock“ mit den Bikern aus Karow. Fotos werden nachgereicht.
Eine Kuriosität am Rande:

Ordnung muß sein!

Wir hoffen, Ihr hattet auch ein schönes Pfingstfest und freuen uns auf neue Schandtaten!
Euer Hase

Montag, 17. September 2018

Alles rockt!


Diese Veranstaltung fand in der Kreativen Werkstatt im Galvanohof an der Grenze zwischen Mickten und Pieschen statt. Normalerweise kommen wir da nie hin, denn diese Stadtteile liegen am anderen Ende der Stadt. Zuerst muß man diesen gekachelten Gang durchschreiten



und jeder kann etwas finden, das ihm gefällt:



Im Innenhof fanden wir viele lustige Ideen zum Thema Rock: Nähen von RÖCKEN,


BaROCKE Malerei


und Musik,



Drinks on the ROCKS, RiesenRÖCKE



und aus der Ferne erklang ROCKmusik. Selbst die RÖCKE auf der Einladungskarte kann man selbst ausgestalten. Da haben die Organisatorinnen von der Kreativen Werkstatt dem Namen ihrer Einrichtung alle Ehre angetan!



Außerdem gab es ein bißchen Keramik,


lustige Miezekatzen (mit und ohne ROCK),


kultige Textilobjekte von Anja Pfefferkorn


und Kaffee und Kuchen. So verbrachten wir einen entspannten Nachmittag und trafen neue und alte Bekannte.
Auf dem Heimweg folgten wir den Musikklängen aus der Ferne und wollten der Ursache auf den Grund gehen. In Pieschen war Stadtteilfest! Das ganze Viertel hat sich in den letzten Jahren herausgeputzt. Es gibt jetzt einen großen Kinderspielplatz, Spazierwege und die bröckelnden Fast-Abrißhäuser sind saniert. Kein heruntergekommener Stadtteil mehr!
Viele Leute waren unterwegs, die drei Vorgärten, die es in Pieschen gibt, waren wunderhübsch gestaltet,


Musik aller Art gab es überall.
Der „Stoffwechsel“ betreibt hier eine Außenstelle. Kinder konnten sich hier kleine Holzboote bauen (Ja, so richtig mit Sägen und Bohren!- Ui, gefährlich!) und sie in einem Wasserrohrsystem schwimmen lassen.
Kulinarisch war eine ganze Weltreise möglich. Die arabischstämmigen Jungs und Mädchen tanzten auf der Straße.
Obwohl völlig unterschiedliche Menschen –Rocker, Punker, Gothics, Familien, Junge und Alte unterwegs waren, war die Stimmung friedlich und heiter. Das war ein schönes Fest!
Emme, gehen wir da wieder hin?
Klar, Hase. Wenn Dir das Feiern und ROCKEN nicht zu viel wird?
Ich glaub nicht.
ROCKt Euren Stadtteil!
Euer Hase

Samstag, 15. September 2018

Im Juni im Museum: Fred Stein- Fotografie



Dem ist leider und glücklicherweise nichts hinzuzufügen. Dresden verlor einen Anwalt aus gutem Hause, die Welt gewann einen hervorragenden Fotografen.
Fred Stein, Sozialist und Jude, mußte, kurz bevor er seine juristische Doktorarbeit vollendete, 1933 Dresden verlassen. Mit seiner Frau ließ er sich in Paris nieder und eröffnete ein Fotostudio. Hier entstanden ausdrucksvolle Bilder von Paris aus ungewöhnlichen Perspektiven.


1938 ging die Flucht weiter. Mit Hilfe der Organisation von Varian Fry gelangte das Ehepaar Stein nach New York. Und auch hier fotografierte Stein die Stadt: detailreich, aus den verrücktesten Perspektiven und mit Liebe zu ihren Bewohnern.
Am Ende seines Lebens mußte Fred Stein die Fotografie „draußen“ aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Er spezialisierte sich auf Portraits und schuf Bilder, die wir alle kennen. So, wie sie Fred Stein fotografiert hat, sind sie in unserem Gedächtnis geblieben und werden besser oder schlechter kopiert: Albert Einstein, Georgia O`Keefe und viele andere mehr.
Die Ausstellung ist nicht sehr groß, in einer reichlichen Stunde kann man locker durchschlendern. Man kann sich aber auch den unendlichen Details und den Grauschattierungen hingeben. (Technische Erklärungen bitte bei Sylvie erfragen.) Dann braucht man für den Rundgang länger.
Emme hat darauf verzichtet, schlechte Fotos von guten Fotos zu machen. Wir verweisen auf das Fred Stein Archiv.
Ein wunderbarer Abschluß einer anstrengenden Arbeitswoche.

 
Ein paar Fragen bleiben. Was wäre wenn? Was wäre gewesen,
  • wenn Fred Stein seinen Studienabschluß geschafft hätte?
Hätte Dresden einen frustrierten Advokaten mehr gehabt? Oder wäre er der Vorkämpfer für Patientenrechte geworden?
  • wenn Fred Stein nicht emigriert wäre?
Ein trauriges Schicksal mehr.
  • wenn Fred Stein seine Leica in Dresden genutzt hätte?
Wir hätten grandiose moderne Bilder dieser Barockstadt, die die kollektiven Träume vom Goldenen Augustäischen Zeitalter ins Wanken gebracht hätten. Schade, das hat nicht geklappt.

Euer Hase

Freitag, 14. September 2018

Im Mai im Museum



Im Mai haben wir es nicht ins Museum geschafft. Schlecht. Schande über uns.


Sonntag, 9. September 2018

Und immer wieder sind es dieselben Lieder


Es war am 8. Mai. Hier im östlichen Teil Deutschlands wird der „Tag der Befreiung“ begangen.
-Mit dieser Bezeichnung hat Emme einst auf dem Jakobsweg einen deutsch-deutschen Eklat ausgelöst.-
Schön, wenn auf dieses Datum der „Slawische Abend“ im „Gerücht“ fällt. Einer der Musiker sandte im Voraus Text- und Notendateien. Das Publikum kam dadurch hervorragend vorbereitet an und brachte auch eigene Liederbücher mit.


Wir sangen uns querbeet durch Revolutions- und Pionierlieder und das gesamte Repertoire des Russischunterrichts. Vorherrschend war eine hohe Textsicherheit, das „Weltjugendlied“ purzelte trotz Rhythmuswechsels nur so heraus und alle staunten über sich selbst. Micha, der Schlagwerker, hatte zur Feier des Tages Hammer und Sichel mitgebracht und entlockte ihnen interessante Töne.
Während der Abend fortschritt, erfolgte immer wieder der Wechsel zu Schlagern aus den Bruderländern, das kam beim Publikum an. Aber gut, Songs aus „Titanic“ oder von den Toten Hosen klingen auf Tschechisch irgendwie… eigenartig. Nichtsdestotrotz: Muß man mal gehört haben!
Vielen Dank an die unermüdliche Band des Abends! Uns hat das viel Spaß gemacht! Wir verbreiten mal diese Vorankündigung: Am 7. 6. gibts Fußballgucken im Gerücht und in der Halbzeitpause werden sportliche Lieder gesungen!
Kommt und singt mit!
Euer Hase


Freitag, 7. September 2018

Lange Nacht in Laubegast


Da waren wir natürlich im Viertel unterwegs! (Fast) Alle Geschäfte hatten geöffnet, sogar die Rossmänner machten diesmal mit. Es gab Tanz und Musik, Emme traf wieder unendlich viele Menschen und plauderte übers Wohlergehen, Stadtteilpolitik und die Schönheit einer lauschigen Frühlingsnacht.


Wir durchsuchten Flohmarktstände und wurden über die Nützlichkeit diverser Zirkelkästen und des Technischen Zeichnens aufgeklärt.


Bei der Tombola machten wir nicht mit und verzichteten großzügig auf die Spenden der teilnehmenden Händler. Sonst hätten wir wohl mit einem handgenähten Turnbeutel oder Gladiolenzwiebeln nach Hause gehen müssen. Andere haben sich über so etwas sehr gefreut.
In der Bibliothek gabs Theater.
Emme –diese Nichtvegetarierin- aß Wurst und zum Schluß gabs leckere Erdbeerbowle bei „Schusters Reisen“. Dort haben wir vor zwei Jahren unsere Andalusien-Reise gebucht. Reise war super, Bowle war super! Was wollen wir mehr?


Emme, gehen wir da wieder hin?
Klar, Hase. Bis dahin finden aber wieder diverse andere Aktivitäten im Stadtteil statt.

Genau! Singt mit uns am Tag der Befreiung und zur Fußballweltmeisterschaft!
Euer Hase

Mittwoch, 5. September 2018

Im April im Museum: Carl Lohse- Expressionist




Carl Lohse ist Zeit seines Lebens zwischen die Fronten geraten. Geboren 1895 in Hamburg, besuchte er die dortige „Zeichenschule für Schulknaben“, studierte später in Weimar und gab diese Ausbildung schnell auf. Durch Freunde lernte er die Familie Scheumann aus Bischofswerda kennen, in die er später hineinheiratete. Im Ersten Weltkrieg überlebte er als einziger seiner Kompanie die Schlacht an der Somme. Nach Kriegsgefangenschaft in England kehrte er nach Deutschland zurück und hatte zu Beginn der Zwanziger Jahre seine ersten Ausstellungen in Dresden. Welche zwar gute Kritiken erhielten, aber materiell nichts brachten. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde er verfolgt, weil seine Kunst als entartete galt und er außerdem Zeuge Jehovas war. Beim Bombenangriff auf Hamburg verbrannten viele seine Werke. Bei seiner dort wohnenden Mutter hatte er fast alles eingelagert. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Volkssturm eingezogen.

In der DDR stand er (wieder) als Zeuge Jehovas unter Beobachtung. Über ihn als Maler wurde gesagt, er sei „Maler auf Irrwegen“, der mit „fast allen formalistischen Ismen der westlichen Dekadenz“ experimentiere.

Carl Lohse blieb dem breiten Publikum weitgehend unbekannt und starb 1965 in Bischofswerda.
Im Laufe seines Lebens unterbrach Carl Lohse mehrmals sein künstlerisches Schaffen, sodaß die Ausstellungsmacher heute seine Arbeit in 1., 2. und 3. Phase einteilen. In den „malfreien“ Zeiten war er sich nicht zu schade, als Schaffner oder Bankbote zu arbeiten.
Trotz dieses wechselhaften Lebensweges zeigen Fotos einen gut aussehenden Mann mit träumerischen Augen, der Zufriedenheit ausstrahlt.


Und die Bilder der Ausstellung? Explodieren vor Farben. Lohses Hauptmotive sind Portraits, Städte und arbeitende Menschen.



Die farbigen Portraits sind wohl am beeindruckendsten.


Häufig malte er Kinder aus der Verwandt- und Nachbarschaft.

 

Manchmal sieht man Einflüsse anderer Künstler:


Am Ende der Ausstellung gab es einen kurzen Blick auf die Werke von Freunden und Zeitgenossen.
Jeder Besucher konnte ein Selbstportrait von sich schaffen und die dann farbig gestalten, um so sein eigenes Seelenleben zu zeigen. Einige Zeichnungen hingen aus. Irgendwie hat aber niemand verstanden, daß man sein Inneres mit Farben darstellen kann.
Da war Carl Lohse wohl doch zu modern. In der Ausstellung waren nur zig Beispiele zu sehen.
Emme wollte sich nicht zeichnen oder malen. Sie sagte, daß sie das vor einigen Jahren gemacht hätte. Der einzige Kommentar, den sie dafür erhielt, war: „Du bist verrückt!“ Stimmt doch!
Leider, leider: Die Ausstellung „Carl Lohse- Expressionist“ im Albertinum ist beendet. Ihr könnt da nicht mehr hingehen. Aber die nächste Sonderausstellung kommt bestimmt!

Und falls wir mal auf dem Flohmarkt einen Carl Lohse finden, sind wir gemachte Leute!
Hase, das ist doch absurd!

Nie die Hoffnung aufgeben!
Euer Hase